Publikation von Christoph Puppe
Abgeschlossen: NSA verschafft Android-Smartphones mehr Sicherheit
Statusbericht zu SE Android, der Portierung von SELinux auf Googles Mobilplattform durch die NSA, die analog zum BSI seit Jahren Härtungsanleitungen veröffentlicht. Der Kern: Mandatory Access Control ersetzt das grobe Discretionary-Modell, das Android von Linux geerbt hat; fein definierte Regeln entscheiden über jeden Zugriff, der Preis ist deren Pflegeaufwand. Die Zahlen von NSA-Entwickler Stephen Smalley belegen die Praxistauglichkeit: SE Android stoppt drei bekannte Root-Exploits, der Mehrbedarf liegt bei rund 140 KByte im Boot-Image und 48 KByte im System-Image. Die MAC-Grundlagen waren bereits durchgängig eingezogen, vom Dateisystem über die Binder-IPC bis zum App-Startprozess Zygote. Der strategische Vorteil: Weil der Code offen liegt, können Firmen und Behörden per Audit selbst prüfen, was das Betriebssystem tut, statt wie bei BlackBerry oder iPhone dem Hersteller blind zu vertrauen. Das Fazit von damals, für den Alltag noch nicht geeignet, aber die Richtung stimmt, hat sich vollständig bestätigt: SELinux ist seit Android 4.3 an Bord, seit 5.0 im Enforcing-Modus Pflicht, und heute steckt das Ergebnis dieses Projekts in jedem Android-Telefon.