Publikation von Christoph Puppe

Cloud-Dienste: Anspruch und Realität von Cloud-Service-Brokern

2021 · heise online · 29.10.2021 · Christoph Puppe

Ein Multi-Cloud-Ansatz kann helfen, einen Vendor Lock-in zu vermeiden, und Cloud-Service-Broker waren die Idee, Cloud-Dienste als Value-added Reseller in einem eigenen Kiosk zusammenzufassen. Fast zehn Jahre später ist von den Hoffnungen wenig übrig: Die Angebote entwickeln sich zu schnell, und so groß ist kein Broker geworden, dass er Mengenrabatte hätte weitergeben können. Marktstudien sehen den globalen Markt zwar bei über 5 Milliarden US-Dollar, doch dort verdienen Beratungshäuser und Werkzeughersteller, keine echten Zwischenhändler. Der Artikel sortiert das Feld: Terraform hat sich fürs Einrichten und Löschen von Diensten etabliert, die Registry zählte 1437 Provider; bei Protokollierung und Vorfallsbehandlung fehlt dagegen jeder gemeinsame Standard. Die Generalisten des Multi-Cloud-Managements bündeln IaaS, Datenbanken, Storage und Kubernetes unter einer Oberfläche, scheitern aber an allem, womit sich die Anbieter wirklich differenzieren: KI-APIs, Data Warehousing, DevOps-Ketten und Branchendienste bleiben außen vor. Google Anthos, AWS Outpost und Azure Arc drehen den Spieß um und verwalten die eigene On-Premises-IT mit den Werkzeugen der Cloud. Das Fazit: Der Trend geht klar weg vom Cloud-Brokerage hin zur gemeinsamen Verwaltung mehrerer Anbieter mit Software, aber ohne Zwischenhändler. Multi-Cloud-Management entschärft den Lock-in nur bei den Standarddiensten; ob die spezialisierten Angebote die feste Bindung wert sind, muss jede Firma selbst entscheiden.

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