Publikation von Christoph Puppe

Der Cloud-SIEM-Markt: von Hyperscalern und Legacy-Riesen

2026 · iX extra 3/2026, S. 116–121 · Christoph Puppe

Hyperscaler locken mit Plattformintegration, Observability-Anbieter drängen ins SOC, die etablierten Platzhirsche kämpfen um ihre Relevanz. Die Marktübersicht porträtiert rund zwanzig Anbieter und vergleicht Architektur, Ingestion, Preismodelle und KI-Integration; Featureparität ist keine Frage mehr, entscheidend ist die Passung zur Data Gravity der eigenen Infrastruktur. Zu jedem Porträt gehört die Falle: Microsoft Sentinel ist die logische Wahl für Microsoft-first-Organisationen, doch die Kosten des Log Analytics Workspace werden separat und aggressiv abgerechnet. Google SecOps durchsucht Petabytes in Google-Geschwindigkeit, der Oberfläche fehlt Reife im Case Management. Splunk bleibt der Ferrari unter den SIEMs, erkauft mit dem Wartungsaufwand des Heavy-Forwarder-Hybridmodells. CrowdStrike LogScale schafft indexfrei ein Petabyte pro Tag, SentinelOne kontert mit OCSF und Datenresidenz in Frankfurt, Palo Altos Cortex XSIAM verspricht das selbstfahrende SOC mit dem größten Lock-in des Marktes, ManageEngine startet bei 300 US-Dollar pro Jahr. Die Empfehlungen aus der Praxis: Daten von der Analyse entkoppeln, niemals One-Click-Ingestion ohne strikte Budget-Alerts, Hybrid ist King, für den Mittelstand ist Managed Detection and Response oft wirtschaftlicher als der Eigenbetrieb. Wer heute ein SIEM beschafft, entscheidet sich für eine Datenstrategie. Denn ein SIEM ohne dediziertes Engineering-Team ist nur eine teure Festplatte.

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