Publikation von Christoph Puppe
Der Letzte macht das Licht aus: Kosten sparen durch Strom-Management
Eine Energiebilanz des Rechenzentrums, nachgerechnet bis zur letzten Komponente: Die ITK verbrauchte damals geschätzte 3 Prozent des deutschen Stroms mit Tendenz zu 5 Prozent, bei STRATO machten Energiekosten 70 bis 75 Prozent der Betriebsausgaben aus, und nach der zitierten APC-Studie erreichen bei typischen 30 Prozent Auslastung nur 30 Prozent des eingespeisten Stroms überhaupt die Rechner. Die Merkregel ist zeitlos: Jedes im Rack eingesparte Watt spart weitere 1,5 Watt Kühlleistung. Die Sparhebel werden einzeln durchgerechnet: Freie Kühlung mit Außenluft funktioniert in Deutschland an über 80 Prozent der Jahresstunden und amortisiert sich in zwei Jahren; Virtualisierung ersetzt leer mitlaufende Hot-Spare-Systeme durch produktiv arbeitende, sich gegenseitig absichernde Cluster; moderne CPUs senken Takt und Spannung bei niedriger Last um bis zu 75 Prozent. Am Arbeitsplatz, auf den über 50 Prozent des ITK-Verbrauchs entfallen, spart konsequentes Power-Management fast 80 Prozent, rund 120 Euro pro Jahr und Platz. Das Fazit: Wer integriert plant, senkt die Gesamtkosten des RZ-Betriebs um über 8 Prozent. Energieverbrauch als Architekturfrage, fast zwei Jahrzehnte bevor KI-Rechenzentren das Thema in die Nachrichten brachten.