Publikation von Christoph Puppe

Ein Kubernetes, sie zu binden: Orchestrierung im Wandel

2020 · iX extra 6/2020, S. 112 · Christoph Puppe

Vor sechs Jahren galten Container als die große Revolution, dann kam Kubernetes und sorgte für die größte Zäsur in der IT seit dem Umstieg vom Host auf Windows-Server. OpenShift und Rancher haben ihre Eigenentwicklungen aufgegeben; heute basieren faktisch alle Orchestrierungswerkzeuge auf Kubernetes. Die CNCF listet fast 1400 Einträge mit 14 Billionen US-Dollar Marktwert; ein Cloud-Stack ist die Zukunft der IT. Kubernetes selbst ist ein Kessel Buntes: Netzwerk und Speicher existieren nur als Plug-in-Schnittstellen, die Konfiguration beschreibt einen Wunschzustand, Custom Resource Definitions machen das System beliebig erweiterbar. Der Artikel benennt auch die Kosten dieser neuen Welt: Im Cloud-native-Stack steckt im Ethernet-Frame ein VXLAN-Paket, darin ein IP-Paket, darin noch eines, und die Frage, wo das Netzwerkpaket geblieben ist, kostet auch den Autor manchmal Tage. Der Spruch aus den 1990ern, „Ich werde dich durch ein Shellskript ersetzen“, ist wahr geworden: Kubernetes-Operatoren erledigen die Routineaufgaben, und wer das Tooling nicht durchschaut, verliert den Serverraum. Bei der Sicherheit bleiben die EAL5+-zertifizierten LPARs von IBMs System z der Goldstandard der Trennung; Meltdown, Spectre und RowHammer belegen, dass geteilte Hardware angreifbar ist. SRE ordnet der Text als DevOps done right ein, mit Error-Budgets, die etwa 99,5 Prozent erfolgreiche Anfragen in unter 80 Millisekunden festschreiben. Das Urteil: Kubernetes hat die Führung übernommen und gibt mit drei Monaten Releasezyklus das Tempo vor. Die Innovation belastet den stabilen Betrieb, und in die Köpfe der Mitarbeiter zu investieren, ist wichtiger denn je.

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