Publikation von Christoph Puppe
Franco-German Joint Paper on Digital Sovereignty
Kurzanalyse des deutsch-französischen Souveränitätspapiers vom 17. Juni 2026, mit der Antwort vorweg: Rund 90 Prozent sind der recycelte Kanon von IT-Planungsrat, BSI und Kommission, teils bis zur SAGA-Linie von 2003 zurück. Interessant sind drei echte Neuerungen: die kompensatorische Gewichtungslogik, die Souveränität zum verrechenbaren Score macht und Hyperscalern trotz US-Hauptsitz den Weg zu „souverän genug“ ebnet; das mitgetragene EU-Headquarter-Kriterium; und der offene Charakter als Lobby-Impuls zum Cloud and AI Development Act. Der Meta-Befund: Das Papier ist unverbindlich, ohne Budget, und damit schwächer als die Verwaltungscloud-Strategie, die es zu beerben vorgibt; der risikobasierte Ansatz darin ist methodisch eine Grundschutz-Schutzbedarfsfeststellung.