Publikation von Christoph Puppe

Geschützte Kommunikation: sichere Smartphones, Konzepte und Produkte

2012 · iX 9/2012, S. 54–59 · Christoph Puppe

Marktübersicht über Krypto-Smartphones für Umgebungen, in denen Mobile Device Management nicht mehr reicht: SiMKo von T-Systems, das CryptoPhone der GSMK, SecuVOICE, Crypto Mobile HC-9100, Omnisec 230 und das TopSec Mobile von Rohde & Schwarz. Das gemeinsame Bauprinzip: Sämtliche Daten inklusive der Gespräche werden mit einem vollständig vom Anwender kontrollierten Schlüssel codiert, den ein Krypto-Chip oder eine Smartcard schützt; alle Produkte sind modifizierte Serienhardware zu Preisen um 1500 Euro. Selbst BlackBerry fällt durch, weil alle Daten über eigene Server im Ausland laufen und die GSM-Verschlüsselung nachweislich nicht reicht. SiMKo hatte als einziges die BSI-Freigabe für „VS – Nur für den Dienstgebrauch“, litt aber unter der kastrierten Benutzerumgebung ohne WLAN, GPS und Kamera, weshalb erst rund 5000 Geräte ausgeliefert waren. Die GSMK legte als einziger Hersteller Software und Algorithmen offen und ließ jeden nach Schwachstellen suchen. Rohde & Schwarz koppelt ein eigenes Krypto-Gerät per Bluetooth ans Smartphone, sodass Schlüssel und Klartext das Telefon nie erreichen. Das Fazit sortiert nach Einsatzprofil statt nach Sieger: Wer mit deutschen Behörden arbeitet, braucht die Zulassung; international offene Anbieter wie GSMK und die Schweizer sind die Alternative. Die strukturelle Schwäche: verschlüsselt telefonieren ging fast nur mit Geräten desselben Herstellers.

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