Publikation von Christoph Puppe

Hack à la carte: Host- und Netz-Sicherheitslücken automatisiert finden

2010 · iX 8/2010, S. 74–75 · Christoph Puppe, Oliver Schill-Lübben

Sechs Jahre nach „Hack-O-Mat“ die zweite Begegnung mit Core Impact, jetzt in Version 10.5 gegen acht Zielsysteme von Windows 2003 bis Solaris 10 und FreeBSD 6.1. Das Werkzeug ist erwachsen geworden: 1532 Exploits mit 7929 Targets, Wizards entlang der Vorgehensweise echter Angreifer, drei Angriffstypen, dazu das eingebettete Metasploit. Die Agenten bleiben die besondere Stärke: Sie überleben per Dienst den Neustart und dienen als Sprungbrett in Netzbereiche, die direkt gar nicht erreichbar wären. Die alte Schwäche von 2004 besteht allerdings fort: Die Exploits zielen fast ausschließlich auf englische Softwareversionen, die Übernahme gelang nur auf den zwei englischsprachigen Windows-Servern, Windows 7 wurde nicht einmal erkannt. Der Kontrolllauf mit Nessus fand 24 schwerwiegende Verwundbarkeiten, die Core Impact übersah, darunter eine Telnet-Lücke in Solaris mit Anmeldung ohne Passwort. Das Urteil bleibt symmetrisch: Als Ersatz für einen Verwundbarkeitsscanner ist Core Impact ungeeignet, als präzises Werkzeug überlegen, weil es nur meldet, was es wirklich angreifen kann, und niemals Phantome. Für deutschsprachige Umgebungen eignet es sich nur eingeschränkt.

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