Publikation von Christoph Puppe
Kapriolen: What the Hack, Treffen der „Subkulturen“
Reportage vom niederländischen Hackercamp What the Hack bei Boxtel, dem fünften Zeltlager seiner Art seit 1989. Der Bürgermeister hatte die Genehmigung erst zurückgezogen und wieder erteilt, die Polizei errichtete vorsichtshalber ein eigenes „Police Village“ am Eingang. Wolkenbrüche tauften das Gelände auf „what the swamp“ und drückten die Teilnehmerzahl auf rund 2500. Aus den rund 120 Vorträgen ragten heraus: Job de Haas' Keylogger für Symbian, der sich per DLL-Injection in die Benutzereingaben einklinkt, Elektra Wagenrads WLAN-Verbindungen über sehr große Strecken in Bangladesch und Roger Dingledine, der für The Onion Router warb, damals rund 30 Server mit 15.000 Benutzern, inklusive einer ehrlichen Übersicht der bekannten Angriffe auf die Anonymität. Das Freibier zum dritten Todestag von Wau Holland und die unangekündigt verteilte letzte Papierausgabe der Phrack lieferten die Folklore. Ein dichtes Zeitdokument aus der Ära, in der die europäische Hackerszene ihre Themen fand: Privatsphäre, Anonymität, Infrastruktur in Eigenbau.