Publikation von Christoph Puppe

Kubernetes von AWS und IONOS härten

2023 · iX 3/2023, S. 100–105 · 17.02.2023 · Christoph Puppe

Der Kontrast in diesem Teil der Serie könnte kaum größer sein. IONOS begrüßt Kunden mit einem grafischen Datacenter-Designer statt CLI und Terraform; der erste Cluster steht schnell, ein Managed Kubernetes mit Hidden Master auf Ubuntu 20.04.5 LTS. Entsprechend wenig fand der Scanner: 210 Verwundbarkeiten insgesamt, davon 25 kritische, und als einziger Anbieter ließ IONOS die CIS-Benchmarks auf den Nodes zu. Der Preis der Schlichtheit: keine Registry mit Verwundbarkeitsscans, keine auffindbare Protokollierung administrativer Tätigkeiten, für fast alle Anforderungen bei erhöhtem Schutzbedarf ist Drittsoftware nötig. AWS steht am anderen Ende: Der Elastic Kubernetes Service ist stark in IAM, CloudTrail und die hauseigene Registry integriert, die Datenhaltung per Default verschlüsselt. Doch direkt nach der empfohlenen Standardinstallation lagen rekordverdächtige 302 Images auf den Nodes, und Trivy zählte 8731 Verwundbarkeiten, davon 2070 kritische, tausendmal so viele wie bei GCP mit insgesamt 61. Viele Sicherheitsfunktionen müssen AWS-Nutzer zudem erst aktivieren. Zwei Tabellen bewerten die Anforderungen der Bausteine SYS.1.6 und APP.4.4 nach dem Ampelschema. Das Urteil: IONOS liefert ein solides, unverfälschtes K8s für wenig Geld mit wenig Integration, AWS ein mächtiges Ökosystem mit irritierend vielen Verwundbarkeiten auf den Nodes.

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