Publikation von Christoph Puppe

Mit IBMs z15 und z/OS 2.4: zCX Container sicherer betreiben

2019 · heise online · 18.12.2019 · Christoph Puppe

Seit September 2019 liefert IBM die Mainframe-Generation z15 mit z/OS 2.4 aus, und mit den Container Extensions (zCX) laufen Docker-Container direkt neben Middleware wie CICS, IMS und DB2. Die Hardware liefert Argumente: bis zu 40 TByte Speicher, 190 Cores, erstmals Standard-19-Zoll-Racks, und IBM gibt an, dass eine z15 bis zu 2,4 Millionen Container gleichzeitig verkraftet. Anwendungen müssen für s390x kompiliert sein; auf dem Docker Hub fanden sich über 2800 passende Images, für Java, Python oder JavaScript genügen die vorhandenen Base-Images. Für den Containerbetrieb gibt es zwei Wege: ein vollwertiges Linux on Z mit Docker oder zCX, eine auf den reinen Containerbetrieb reduzierte Umgebung in z/OS. Zur Orchestrierung stand anfangs nur Swarm bereit. Die eigentliche Trumpfkarte ist die Separierung: Der seit 1972 gereifte Hypervisor PR/SM trennt bis zu 80 LPARs mit EAL5+-zertifizierter Isolation, deutlich über der in der deutschen Verschlusssachenanordnung geforderten EAL4+-Zertifizierung. Mit HyperSwap und Sysplex überstehen LPARs sogar die Abschaltung eines ganzen Standorts. Der Artikel benennt auch den Kulturkonflikt: System Z steht für Zero Downtime durch redundante Hardware, Container gehen vom jederzeitigen Ausfall billiger Hardware aus; wer die Hochverfügbarkeitsoptionen von z/OS nutzt, beraubt die Orchestrierung einer ihrer Hauptaufgaben. Das Fazit: Performance, Georedundanz und zertifizierte Mandantentrennung sind starke Argumente für den Mainframe als Containerplattform, doch die Umstellungen beim Betrieb dürften abschreckend wirken, und die abweichende Endianness bleibt zu beachten.

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