Publikation von Christoph Puppe
Notfallmanagement mit der Cloud für KMUs
Notfallmanagement ist bei weniger als der Hälfte der deutschen Unternehmen umgesetzt, wegen der Kosten und einer falschen Risikoeinschätzung, so die BSI-Erhebung von 2011. Die Studie, die das BSI 2013 veröffentlichte und die der Autor mit Alexander Papitsch erarbeitete, setzt dort an: Virtualisierung und Cloud wurden bis dahin fast nur als Sparprogramm mit Sicherheitsproblemen diskutiert, ihr unterschätztes Potenzial für kleine und mittlere Unternehmen liegt in Verfügbarkeitsklassen, die sich vorher nur Konzerne leisten konnten. Die Studie übersetzt den als zu komplex empfundenen BSI-Standard 100-4 in ein KMU-taugliches Verfahren: eine verkürzte Business-Impact-Analyse mit vier Auswirkungsklassen entlang des Jahresumsatzes, drei Zeithorizonten und der maximal tolerierbaren Ausfallzeit, ein ausgefülltes Beispielformular liegt im Anhang bei. Drei Szenarien zeigen die Anwendung: das SaaS-Ingenieurbüro, für das der Ausfall des eigenen Gebäudes kein Notfall mehr ist; zwei Virtualisierungsserver in getrennten Räumen mit Schwenk in unter fünf Minuten und verschlüsselten Backups in der Public Cloud; zwei schmalbandig angebundene Standorte, die nachts auf einen gemieteten Cloud-Server spiegeln. Aus heutiger Sicht ist die Studie auch eine Zeitkapsel, Safe Harbor galt noch als tragfähige Rechtsgrundlage. Der Kern aber hält: Wer Notfallmanagement für unbezahlbar hält, hat die Cloud nicht verstanden; nur die Paragrafen muss man austauschen.