Publikation von Christoph Puppe
Open-Source-Plattform für Containersicherheit: NeuVector Cloud Workload Security
Eine Cloud Workload Protection Platform überwacht und schützt Container in Kubernetes-Umgebungen. Bislang gab es hier ausschließlich proprietäre Produkte; Sysdig, Palo Alto und Aqua Security veröffentlichen zwar einzelne Werkzeuge wie Falco oder Trivy als Open Source, aber nie die ganze Plattform. SUSE hat NeuVector nach der Übernahme komplett unter die Apache-2.0-Lizenz gestellt. Die 130 Millionen US-Dollar Kaufpreis wirken dabei fast wie ein Schnäppchen: Aqua Security und Sysdig werden mit jeweils über einer Milliarde US-Dollar bewertet. Fachlich hat NeuVector eine besondere Stärke bei der Sichtbarkeit des Datenverkehrs zwischen den Pods: Als einziges Produkt zeichnet es einzelne Verbindungen auf und liefert neben Mikrosegmentierung auch Netzwerk-Mapping und Deep Packet Inspection. Regelwerke erstellt es selbstlernend aus dem beobachteten Verhalten der Container, integrierbar in die CI/CD; die SECCOMP-, SELinux- und Network-Policy-Pflege der freien Konkurrenten müsste die Anwendungsentwicklung selbst leisten, was erfahrungsgemäß kaum jemand tut. Für Bundesbehörden wandelt sich NeuVector mit einem Federstreich zum CWPP mit der höchsten Compliance gegenüber den OSS-Forderungen des IT-Planungsrats. Ob die Open-Source-Wette neue Entwickler anzieht, müssen die GitHub-Insights erst zeigen. Das Urteil: eine konkurrenzfähige Open-Source-Alternative in einem Markt, der bis dahin keine hatte, und für SUSE ein guter Schachzug.
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