Publikation von Christoph Puppe

Organisationen in der Cloud

2022 · iX 9/2022, S. 110–113 · Christoph Puppe

Mit einzelnen Accounts fing es bei AWS an, aber sobald Hunderte Administratoren Tausende Projekte verwalten, ist dieses Modell komplett überfordert; niemand überblickt mehr, wer welche Accounts hat und was sie kosten. Der Artikel vergleicht, wie die drei Hyperscaler Organisationsstrukturen abbilden. Azure hat aus den Erfahrungen mit dem Active Directory gelernt: Jeder Tenant bringt ein Azure AD mit, darunter ein Baum aus bis zu sechs Ebenen von Management Groups, Subscriptions und Resource Groups mit Richtlinien, die Verstöße melden, korrigieren oder verhindern. Die Empfehlung des Autors: administrative Benutzer als Cloud-native Accounts mit MFA und am besten FIDO2 führen, nicht über ein Single-Tier-On-Premises-AD. AWS bietet Organisationen seit 2017 an, doch die Integration ist unvollständig: Die Org ist nicht Inhaber der Ressourcen, wichtige Policies sind nicht standardmäßig aktiv, und die Übersicht über alle Ressourcen in allen Regionen fehlt; das Wort Legacy-Cloud wäre vielleicht übertrieben, liegt aber nahe. Googles Cloud Identity erfordert eine eigene Domain, und wer deren DNS kontrolliert, kann die Organisation übernehmen. Das Urteil fällt deutlich aus: Azure hat den Goldstandard der Cloud-Verwaltung geschaffen. Hätte es nicht gefühlt jeden Monat eine schwerwiegende Verwundbarkeit in der Verwaltungsschicht wie OmiGod, läge es klar in Führung; so bleibt der Komfort, aber auch ein getrübtes Bild.

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