Publikation von Christoph Puppe

Schlupflöcher: mit Schwachstellenscannern Sicherheitslücken finden

2005 · iX 2/2005, S. 46–51 · Christoph Puppe

Titelgeschichte und Marktübersicht über rund 20 Schwachstellenscanner, mit einem Einstieg bei der Sensorenphalanx der Voyager: Wie Seven of Nine nach Signaturen scannt, durchforsten diese Werkzeuge das Netz nach den Mustern bekannter Schwachstellen. Die Übersichtstabelle reicht von Nessus, Retina und QualysGuard über Appliances bis zu Spezialisten für Datenbanken und Webserver, verglichen nach Testanzahl, Update-Intervall, CVE-Referenzierung und Preismodell. Der Text erklärt das Handwerk dahinter: wie aus einer Bugtraq-Schwachstelle eine Signatur wird, warum lokale Scans genauer sind als Netzscans und wie ein Server, der sich als anderes Produkt ausgibt, viele Scanner täuscht: Ein Apache, der sich als IIS meldet, zeigt wundersamerweise keine der IIS-typischen Probleme. False Positives kosten Ressourcen für Phantome, False Negatives wiegen schwerer, die Zahl der Signaturen allein beweist nichts. Für echte Angreifer sind diese Scanner zu laut; sie sind das Werkzeug des Verteidigers, nicht der Ersatz für den Einbruchstest. Gegen das Wunschdenken der Marketingabteilungen steht ein klarer Satz: 100-prozentige Erkennung ohne Fehlalarme gibt es nicht.

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