Publikation von Christoph Puppe
Leidtragende: Spam aussortieren als Dienstleistung
Praxistest zweier Spamfilter-Dienstleister: Rund 6000 innerhalb von vier Tagen tatsächlich eingegangene Mails wurden per Postfix-Regel dupliziert, parallel an Eleven (eXpurgate) und Antispameurope geschickt und jede Klassifikation von Hand verifiziert. Die Methodenkritik steht am Anfang: Alte Spam-Sammlungen taugen nicht als Testbasis, denn Spammer ändern ihren Ausstoß so schnell, dass nur Live-Mail zählt. Das Ergebnis ist sauber geteilt: Antispameurope erkannte mit nur 27 durchgelassenen Spam-Mails am meisten, hielt aber sechs erwünschte Newsletter zurück. eXpurgate ließ 112 Spam-Mails passieren, leistete sich dafür keinen einzigen False Positive und erkannte dank der Musteranalyse über Millionen Accounts sogar Viren, die noch kein Virenscanner auf dem Radar hatte. Dazu eine Erkenntnis, die über den Test hinaus trägt: Ein Filter arbeitet umso wirksamer, je näher er in der SMTP-Zustellkette am Spammer sitzt. Das Fazit verweigert den künstlichen Sieger: Wer keine verlorene Mail riskieren kann, nimmt Eleven; wer maximale Filterquote will, zahlt bei Antispameurope 4,99 Euro im Monat. Beides ist besser, als die eigene Domain aufzugeben.