Publikation von Christoph Puppe
Serverstrukturen in Unternehmen: lokal vorhalten oder in die Cloud verlagern?
Für Unternehmen gibt es gute Gründe, Daten auf einem Server in den eigenen vier Wänden zu lagern: der mangelnde Breitbandausbau und die Sorge, dass Daten in der Cloud in fremde Hände geraten. Der Artikel nimmt beide Sorgen ernst und rechnet sie gegen die Realität: Von Feuer, Wasser und Luft bis zum Angriff über die DSL-Leitung drohen einem Abteilungsserver dieselben Gefahren wie einem Cloud-Server, und für kleine Firmen ist er das Nest, in dem sämtliche Eier liegen. Sobald er selbst Dienste ins Internet stellt, ist er genauso angreifbar, nur dass die Cloud-Anbieter ganze Abteilungen für Absicherung und Überwachung beschäftigen, denn Einbrüche zu bemerken ist die Kunst, an der selbst Große scheitern. Zwei Risiken kennt nur die Cloud: das zufällige Mitopfer eines Angriffs auf einen anderen Kunden zu werden und die exponierte Authentifizierung; erzwungene Zwei-Faktor-Authentifizierung ist die Antwort, Zertifikate wie ISO 27001 nach Grundschutz und der C5-Katalog helfen bei der Anbieterauswahl. Den größten Nutzwert liefert der Leitfaden entlang des Grundschutz-Kompendiums, von „INF.1 Allgemeines Gebäude" über „NET.3.2 Firewall" und „SYS.1.1 Allgemeiner Server" bis „CON.3 Datensicherungskonzept". Die einfachste Variante bleibt die Wechselplatte, die wöchentlich in ein Schließfach wandert. Das Urteil ist unbequem für beide Lager: Wer seine IT selbst betreibt, muss auch selbst für die Sicherheit sorgen. Die Cloud löst das Betriebsproblem, nicht das Verantwortungsproblem, und die letzte Entscheidung liegt bei der Geschäftsführung.
heise online · iX 1/2019 · PDF · Permalink